ÖAMTC-Kindersitztest 2012: Bei 22 Modellen kein einziges "sehr gut",
vier Mal "nicht genügend" (+Fotos, +Grafik, +Video)
Gravierende Sicherheitsmängel sorgen dieses Jahr für vermehrt
schlechte Noten
Wien (OCP - 24.05.2012 09:52 Uhr) Bereits zum zwölften Mal hat der ÖAMTC Kindersitze
aus allen Gewichtsklassen einer strengen Prüfung hinsichtlich der
Kriterien Sicherheit, Bedienung & Ergonomie, Schadstoffgehalt und
Reinigung & Verarbeitung unterzogen. Die Testkriterien und das
Testverfahren wurden gegenüber dem Jahr 2011 nicht verändert. Der
Vergleich zum Vorjahr fällt allerdings eher ernüchternd aus. "2011
bekam immerhin ein Sitz die Note 'sehr gut', heuer keiner. Mit 'nicht
genügend' wurde im Vorjahr nur ein Sitz bewertet. Dieses Jahr fielen
gleich vier Produkte durch. Immerhin zwölf Produkte wurden mit 'gut'
bewertet. Die Note 'befriedigend' wurde sechs Mal vergeben", fasst
ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die Testergebnisse zusammen.
Beim Frontalaufprall haben sich die Ergebnisse früherer Tests
bestätigt: bei allen sechs der in dieser Kategorie mit "sehr gut"
beurteilten Sitze wird das Kind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung
transportiert. "Bei dieser Transportart findet beim Aufprall nahezu
keine Relativbewegung zwischen Kopf und Oberkörper statt, weil der
Kindersitz den gesamten Körper des Kindes abstützt. Die Belastungen
sowohl für Kopf als auch für Nacken sind somit besonders gering",
weiß der ÖAMTC-Experte.
Erhebliche Mängel beim Frontalaufprall weist der Peg Perego
Viaggio Convertibile auf. Die verrutschende Fixierung der
Höhenverstellung des Hosenträgergurtes hat schlimme Folgen: Der Dummy
fällt zunächst ungebremst nach vorne, um Augenblicke später
schlagartig vom Beingurt zurückgehalten zu werden. "Massive
Verletzungen können drohen", mahnt der ÖAMTC-Techniker.
Auch der Kiddy Guardianfix Pro fällt beim Sicherheitstest durch.
Wird dieser nämlich nicht mit der optionalen Isofixhalterung
montiert, rotiert der gesamte Sitz beim Aufprall aus dem
Sicherheitsgurt und kommt später ungesichert im Fahrzeuginneren zu
liegen. Mit Isofixhalterung montiert, tritt dieses Problem allerdings
nicht auf.
Beim Seitenaufprall versagen Graco Junior Maxi und Graco Logico L.
Bei Abnahme der für größere Kinder vorgesehenen Rückenstütze ist kein
seitlicher Schutz mehr gewährleistet. "Ein Kleinkind würde im
Ernstfall ungefiltert gegen Seitentür und -fenster geschleudert
werden", sagt der Clubexperte.
Zwtl.: Isofix-Befestigungssystem auf dem Vormarsch
Eine positive Entwicklung ist die weite Verbreitung des
Isofix-Befestigungssystems. Bereits jetzt sind rund 90 Prozent der
Neufahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet. Auch der dritte
Befestigungspunkt für den "Top Tether Gurt" ist mittlerweile bei
nahezu zwei Drittel der neuen Fahrzeuge vorhanden. 15 der getesteten
Modelle können zusätzlich oder ausschließlich via Isofix im Fahrzeug
montiert werden. "Durch Isofix wird sowohl die Gefahr von
Fehleinbauten, als auch das Verletzungsrisiko der Kinder reduziert",
beschreibt der ÖAMTC-Techniker die Vorteile von Isofix. Der Trend zu
Isofix und Top Tether könnte sich noch weiter verstärken, denn ab
November 2012 sind diese beiden Befestigungsmöglichkeiten
obligatorisch für alle in der EU neu genehmigten Fahrzeugmodelle. Ab
November 2014 müssen schließlich alle Neufahrzeuge, die in den Handel
kommen damit ausgestattet sein.
Zwtl.: Schadstoffprüfung zeigt positiven Trend
Bei der Prüfung auf Schadstoffe erhielten 16 der getesteten Sitze
die Bestnote. "Keines der getesteten Produkte ist so hoch belastet,
dass es mit 'nicht genügend' bewertet werden musste. Gegenüber den
letzten Tests ist damit ein positiver Trend zu erkennen", freut sich
der ÖAMTC-Experte. Besonders erfreulich ist das Ergebnis des Modells
Maxi Cosi RodiFix. Der Vorgänger dieses Sitzes wurde im Vorjahr wegen
stark erhöhter Phthalat-Gehalte mit "nicht genügend" bewertet. Der
Hersteller hat reagiert und das Produkt bezüglich der
Schadstoffbelastung deutlich verbessert.
Zwtl.: Individuelle Kindersitzberatung hilft, richtiges Produkt zu
finden
Die generelle Bilanz des diesjährigen Kindersitztests ist durchaus
positiv. Es gibt für jede Altersgruppe mehrere gute Sitze, unter
denen die Eltern auswählen können. "Selbstverständlich erfüllt
allerdings nur der Kindersitz, der wirklich auf jeder Fahrt verwendet
wird, seinen Zweck. Eine ÖAMTC-Erhebung aus diesem Frühjahr zeigt,
dass 16 Prozent aller Kinder ungesichert unterwegs sind", appelliert
Kerbl abschließend an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern.
Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen
ÖAMTC-Stützpunkten in ganz Österreich. Informationen zum Thema
Kindersicherung sowie zu allen bisher durchgeführten Tests gibt es
unter www.oeamtc.at/kindersitze.
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ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.
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Stefanie Bauer
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