ÖAMTC-Crashtest: Vier Autos im Test - nur Toyota hat fünf Sterne
(+Grafik, +Fotos)
Allgemein hohes Verletzungsrisiko nach Heckaufprall
Wien (OCP - 03.03.2010 10:00 Uhr) Beim jüngsten European New Car Assessment
Programme-Crashtest (Euro NCAP) wurden drei Minivans und ein
Mittelklasse-Fahrzeug auf Erwachsenensicherheit, Kindersicherheit,
Fußgängerschutz und Assistenzsysteme überprüft und in einer
Gesamtnote bewertet. "Von den vier getesteten Fahrzeugen wurde nur
einer, der Toyota Verso, mit der Höchstnote von fünf Sternen
bewertet. Vier Sterne erhielten der Nissan Cube und das einzige
Mittelklasse-Auto im Test, der Seat Exeo. Nur drei Sterne gab's für
den Citroen Nemo", fasst ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang zusammen.
Der Toyota Verso überzeugte beim Frontcrash und beim Seitencrash.
Sehr gute Werte erreichte der Japaner daher bei der
Erwachsenensicherheit (89 Prozent der möglichen Punkte) und bei der
Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen. "Schwächen zeigt das
Fünf-Sterne-Fahrzeug beim Pfahltest und beim Heckaufprall-Test",
erklärt der ÖAMTC-Experte. Die beiden Tests wurden vor einem Jahr neu
eingeführt. Der Pfahltest simuliert mittels einer Stahlsäule den
seitlichen Aufprall auf einen Baum oder Lichtmasten. Der
Heckaufpralltest misst die Belastungen im Nacken bei einem
Auffahrunfall. "Besorgniserregend ist, dass bei allen vier getesteten
Fahrzeugen das Verletzungsrisiko nach einem Heckaufprall relativ hoch
ist. Der Citroen Nemo ist bei dem Test sogar durchgefallen", ortet
der ÖAMTC-Cheftechniker Handlungsbedarf seitens der Hersteller. Der
Pfahltest konnte bei dem einzigen Drei-Sterne-Auto im Test erst gar
nicht durchgeführt werden, da der Franzose keinen Kopfairbag hat. Das
gab einen weiteren Punkteabzug und nur 59 Prozent der möglichen
Punkte bei der Erwachsenensicherheit. Bei den Assistenzsystemen
fehlen ESP und Geschwindigkeitsbegrenzer.
Schwache Werte beim Pfahltest und ein erhöhtes Verletzungsrisiko
beim Heckaufprall sowie die Gefahr von Beinverletzungen beim
Frontcrash kosteten auch die zwei Vier-Sterne-Autos eine bessere
Bewertung. "Der Seat Exeo weist vor allem beim Pfahltest starke
Schwächen auf. Bei einem Crash gegen einen Baum erleiden die
Passagiere schwere Verletzungen im Brustbereich", erklärt der
ÖAMTC-Cheftechniker. Sehr sicher unterwegs sind im Seat Exeo hingegen
Kinder. Der Nissan Cube zeigt eine gute Ausstattung mit
Fahrerassistenzsystemen.
Verbesserungsmöglichkeiten bei allen Fahrzeugen sieht der
ÖAMTC-Cheftechniker bei den Einstellungen von Sitzen und Kopfstützen,
wodurch schwere Verletzungen beim Heckaufprall verhindert werden
können, sowie bei den Assistenzsystemen. "Mit dem Euro
NCAP-Crashtests steht potenziellen Autokäufern ein unabhängiges
Prüfprogramm zur Verfügung, das sie bei der Kaufentscheidung objektiv
unterstützt", so Lang abschließend.
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OTS0072 2010-03-03/10:00
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