ÖAMTC zum Weltfrauentag: Frau und Auto - das vermeintlich schwache
Geschlecht auf der Überholspur (+Foto)
Frauen haben höhere soziale Kompetenz als Männer und sind
rücksichtsvoller unterwegs
Wien (OCP - 04.03.2010 12:28 Uhr) Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als das Auto
salonfähig wurde, suchte man meist vergeblich nach Frauen hinter dem
Steuer. "Auch vor fünfzig Jahren war das Steuer noch fest in
männlicher Hand", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
Das zeigt bei den aktuellen Zahlen zum Führerscheinbesitz in
Österreich. In der Gruppe der über 70-jährigen Männer besitzen 90
Prozent einen Führerschein, bei den Frauen sind es nur 38 Prozent.
Mittlerweile wurde diese Tradition erfolgreich durchbrochen. Heute
haben bei den 18- und 19-Jährigen 58 Prozent der Mädchen und 69
Prozent der Burschen einen B-Führerschein. In der Gruppe der 30- bis
50-Jährigen sind es 88 Prozent der Frauen und 95 Prozent bei den
Männern (Quelle: Media-Analyse 2008/2009).
Im Mobilitätsverhalten gibt es immer noch rollenbedingte
Unterschiede. Öffentliche Verkehrsmittel werden in erster Linie von
Frauen benutzt. Frauen gehen auch häufiger zu Fuß und sind eher mit
kleinen Kindern unterwegs. Dabei steuern sie viele Ziele zu jeweils
unterschiedlichen Zeiten an: Kindergarten, Schule, Supermärkte,
Arztpraxen, Spielplätze und andere Freizeiteinrichtungen, Wohnung und
in vielen Fällen den eigenen Arbeitsplatz. Eine durchschnittliche
Weglänge beträgt rund sieben Kilometer. Auch im Auto fahren sie eher
kürzere Strecken und bewegen sich dabei sicher auf vertrautem
Terrain. Männer verkehren in der Regel ausschließlich zwischen
Arbeitsplatz und Wohnung. Somit legen sie zahlenmäßig weniger, aber
dafür längere Strecken (durchschnittlich zwölf Kilometer) zurück.
Auch höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten sind eher eine
Männerdomäne. Außerdem nehmen die Herren der Schöpfung gerne für sich
in Anspruch, dass ihr Auto stärker, größer und neuer ist als der
ältere, kleinere Zweitwagen der Lebensgefährtin. "Ausschlaggebend
dafür mögen Imagegründe sein, aber auch die Tatsache, dass Männer
einfach mehr verdienen als Frauen", sagt die ÖAMTC-Psychologin.
Und so kommt es, dass das Familientaxi zwar klein und
kostengünstiger in Anschaffung so wie Verbrauch ist, dafür aber auch
weniger sicher als die Limousine vom Herrn Papa. "Frauen machen das
beste aus der Situation", sagt die ÖAMTC-Expertin. Sie können zwar
nicht besser Auto fahren als Männer, aber ihre höhere soziale
Kompetenz macht sie zu besseren Lenkerinnen. Sie sind risikobewusster
- sei es bei Gurtanlegen, Alkoholkonsum, Kindersicherung oder
Geschwindigkeitsübertretungen. Laut Deutschem Kraftfahrbundesamt
(2008) gehen in Deutschland rund 80 Prozent der Verkehrsverstöße auf
das Konto von Männern. Bei den Lenkern, die besonders viele
Strafpunkte am Konto haben, liegt der Männeranteil sogar bei 90
Prozent (vergleichbare Zahlen waren für Österreich nicht eruierbar).
Zwtl.: Der ÖAMTC und die Autofahrerinnen
Die Historie von Frau und Auto ist eine bewegte und wesentlich
jünger als die der männlichen Kollegen im Automobil. Auch die
ÖAMTC-Clubgeschichte zeigt, dass Mann Frau in den Anfängen der
Motorisierung - wie in vielen anderen Bereichen auch - nicht
freiwillig das Steuer überließ. Als der österreichische
Automobil-Club (ÖAC, später ÖAMTC) 1898 gegründet wurde, war er reine
Männersache. Damen war das Benutzen der clubeigenen Autos "nur in
Begleitung eines fahrkundigen Mitglieds oder Club-Maschinisten"
gestattet. Erst im Jahr 1932 wurde auf steigenden Druck der
motorbegeisterten Frauen eine Damensektion gegründet - doch der
Beitritt war nicht einfach. Gattinnen und ledige Töchter der Ehren-,
lebenslänglichen und Stammmitglieder wurden auf ihr schriftliches
Ansuchen hin vom Präsidium aufgenommen. Andere Damen - also ledige
Frauen oder mit Nichtmitgliedern verheiratete - mussten von drei
Proponenten in Vorschlag gebracht werden. Heute sind beim ÖAMTC die
1,776 Millionen Mitglieder - egal ob Frau oder Mann -
selbstverständlich gleichberechtigt.
Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Eva Käßmayer, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, mailto:pressestelle@oeamtc.at, http://www.oeamtc.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/250
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0163 2010-03-04/12:28
|