Wie man eine Montagegrube für LKWs einbaut

Der Einbau einer 18 Meter langen Montagegrube für Lkw ist selbst für Profis keine tägliche Routine. „Der Österreichische Transporteur“ begleitete ein eingespieltes Team. 

© Der Österreichische Transporteur / Andreas W. Dick
Kurz nach 7 Uhr stellen sich Viktor Letuzich (Firma Boos) und das Siems & Klein-Team mit Peter Löffler, Dietmar Vogl und Wolfgang Fuchslocher dem Fotografen.

Recht technokratisch lesen sich die Eckdaten der beiden Fertiggruben Profi Pit SLW60 des deutschen Herstellers Boos, die von einem Team der Spezialisten von Siems & Klein eingebaut werden sollen: „Stehhöhe 1,5 m, Grubentreppe mit Parkposition für Grubenheber und Notausstiegsleiter, Lochblechboden, Elektroausstattung, Beleuchtung und Altölentsorgung, Grubenheber mit Abstützbrücke.“ Zusätzlich werden ein Maha-Bremsenprüfstand Eurosystem mit Wiegeeinrichtung, hydraulischer Gewichtssimulator und Gelenkspieltester eingebaut. Das Lagerhaus Technik-Center im niederösterreichischen Eggendorf wird sie nach Fertigstellung in seiner Nutzfahrzeug-Werkstätte einsetzen.

Davon sind wir um 7 Uhr morgens nahe den Eisenbahn-Gleisen der Pottendorfer Linie allerdings noch weit entfernt. Bei einem wärmenden Kaffee beobachten der aus dem deutschen Oberhausen vom Werkstatteinrichter Boos angereiste Viktor Letuzich und das Siems & Klein-Team mit Dietmar Vogl, Wolfgang Fuchslocher und Peter Löffler die nacheinander eingetroffenen Sattelzüge mit den Fertiggruben und den Aufbau der beiden Teleskopkrane der Firma Prangl. 

Probleme lösen

Trotz viel Erfahrung und vorrauschauender Planung ist jeder Auftrag für das routinierte und eingespielte Team mit gewissen Herausforderungen verbunden. Bei der Baustelle in Eggendorf ist das beispielsweise ein Vordach, das beim Einheben der „Profi Pit“-Montagegrube in die Halle mittels der beiden Krane für einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad sorgen wird. Das in die Einbaugrube gerutschte Gesteinsmaterial sorgt dagegen für unverhofften Morgensport: Abwechselnd schaufeln die Siems & Klein-Mannen – begleitet von humorvollen Anfeuerungen der Kollegen – den Schotter aus der Grube.

© Der Österreichische Transporteur / Andreas W. Dick
Die Montagegrube an ihrem endgültigen Bestimmungsort.

© Der Österreichische Transporteur / Andreas W. Dick
Das Vordach der Halle verkomplizierte die Arbeit der Kranfahrer.

Kran-Choreographie

Gemeinsam mit den beiden Kranführern wird es dann ernst mit dem Abladen der ersten Fertiggrube vom Auflieger und dem anschließenden Einbringen in die Halle. Dem staunenden Zuschauer entfaltet sich dabei eine perfekt koordinierte Choreographie der Kräne und ein souveränes Zusammenspiel aller beteiligten Fachkräfte.

Die für den Transport demontierten Stahlwannen für den geteilten Bremsenprüfstand und die Gelenkspieltesterplatten werden angebracht und nach einem Vormittag gemeinsamer Präzisionsarbeit ist es dann soweit: Die erste 18 Meter lange „Profi Pit“-Prüf-und Inspektionsgrube ist an ihrem späterem Wirkungsort angekommen und wird vom Siems & Klein-Team präzise und akkurat in der Waagrechten ausgerichtet und niedergedübelt. Als einfachere Draufgabe erfolgt noch die Einbringung der kurzen Servicegrube mit acht Meter Länge. Nach Fertigstellung der 1.000 Quadratmeter großen Hallen und des 440 Quadratmeter großen Ersatzteillagers wird sie schließlich dem Lagerhaus Technik-Center Eggendorf bald wertvolle Dienste leisten. 

Quelle: „Der österreichische Transporteur - Offizielle Fachzeitschrift des Fachverbandes und der Fachgruppen des Güterbeförderungsgewerbes – Andreas W. Dick